Interview Martin Böhnhardt #13
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Interview mit Martin Böhnhardt
Der Mann mit Vespa und roten Stahlkappenschuhen
FriedenSau: Zu Beginn - wer, was, woher, Alter und wie viele Kinder?
Martin Böhnhardt: Martin Böhnhardt, Finanzvorstand – ich mag diesen Begriff nicht – und Pastor in der MRV, 44, eine Tochter und ein Sohn. Und fränkischer Bayer.
F: Auf einer Skala von Klaas Heufer-Umlauf bis Joko Winterscheidt – wie ekstatisch bist du mit Blick auf das Connected?
M: Sind die unterschiedlich? Das ist 'ne Scherzfrage, oder?
F: Niemals! Das wäre eine infame Unterstellung!
M: Dann zu 80% bei Joko!
F: Du warst ja jahrelang Jugendabteilungsleiter in Bayern und bist mit der dortigen für uns recht seltsamen Kultur vertraut. Was möchte uns ein Bayer denn sagen, wenn er von „mia san mia“ spricht? Und welche Mia ist damit gemeint?
M: Halt alle Mias! Es meint engen Zusammenhalt einer Familie, den Schulterschluss eines verschworenen Haufens. Es will eigentlich nicht andere ausschließen, sondern mehr inkludieren. Das wird oft falsch verstanden.
F: Eine Verschwörung! Wir haben es schon immer gewusst! Ich glaube, wir sind da einer großen Sache auf der Spur!
M: Es ist Verschwörung fürs Miteinander. Fürs durch dick und dünn Gehen. Dreht nicht meine Worte im Munde um!
F: Käme uns niemals in den Sinn! Wir sind schließlich nicht die BD! Apropos: Bayern hat uns in den vergangenen Jahren durch Horst Seehofer, Andreas Scheuer und Markus Söder stets mit geistiger Hochkultur versorgt. Was können wir da von dir und deinen Ansprachen erwarten?
M: Eine gute Zusammenfassung aus diesen von euch drei genannten Kollegen, aber mit einer geistlichen Botschaft.
F: Wir haben also gar nix zu erwarten?
M: Doch! Also naja… also das ist aber sehr wertend! Söder und Seehofer als gar nix? Aber anyway! Ich möchte authentisch mit Jugendlichen über ihren Alltag und die Zukunft sprechen. Und gerne so manchen zur Jüngerschaft und zum Leben mit Jesus inspirieren.
F: Wie wir wissen, bist da ja mit Daniela verheiratet. Was sagt uns dieses Bild über eure Ehe aus?
M: lacht Es sagt aus, wer von uns hier das Sagen hat. Sorgen machen muss man sich aber nicht. Wir haben 'ne enge Connection. Sind nicht ineinander verbissen, aber miteinander verbunden und aneinander festhaltend. Und man sieht: Ich bin einfach unwiderstehlich.
F: Sündhaft schön! Was war denn deine größte Modesünde?
M: Ich bin nicht so der extravagante Klamottenträger…
**
F: Also eher ohne Klamotten?
M: Ja sicher! Aber in meiner Jugendzeit bin ich mit einer Vespa 50 Spezial in die Schule gefahren und hab dabei rote Stahlkappenschuhe am Boden schleifen lassen. Das würde ich heute so nicht mehr machen.
F: Weil du keine Vespa mehr hast.
M: Leider ja.
F: Mal zum Thema. Das Connected-Motto lautet ja „No excuses“, also keine Ausreden. Was war denn deine kreativste Ausrede, die du je genutzt hast?
M: Einen Trick, den ich gerne nutze, ist, wenn mir jemand gegenübersteht, und ich hab dessen Namen nicht mehr im Kopf, zu fragen: „Wie heißt du nochmal?“ – und wenn dann der Name genannt wird, sage ich: „Nene, nicht den Vornamen, den Nachnamen!“
F: Äußerst gewieft. Was verbindest du mit dem Motto darüber hinaus?
M: Eine Entscheidung im Leben zu treffen und diese dann wirklich umsetzen – gerade auch für Jesus! Es bedeutet, in schweren Momenten seinen Mann zu stehen. Heutzutage ist das viel schwerer als früher. Ich wünsche mir eine junge Generation, die sagt: „Ich ziehe das durch, setze mich ein und nehme auch etwas in Kauf für das, wovon ich überzeugt bin!“
F: Darf man denn auch seine Frau stehen?
M: Jeder darf stehen, für was er möchte.
F: An welchem Punkt wird eine Begründung denn deiner Meinung nach zur Ausrede?
M: Wenn die Begründung nicht mehr dem Motiv entspricht, warum ich das mache. Es gibt Motive und Schattenmotive im Leben. Schattenmotive hält man gerne verborgen. Ich kann z.B. auf die Bühne gehen, weil ich predige und daran glaube, dass ich eine wichtige Botschaft habe und Jesus mir gesagt hat: „Mach das mal!“ Oder es ist mir vor allem wichtig, dass ich gesehen werde und ein cooler Typ bin.
F: An welchen Stellen merkst du in deinem Leben, dass Gott keine Ausreden zulässt?
M: Boah… schwere Frage…
F: Danke!
M: Ich denke mal laut… Wo ich für mich selbst Ausreden suche, holt mich die Realität ja immer wieder ein. Und im Nachgang merke ich, dass die Ausrede mich einen falschen Weg oder zumindest Umweg geführt hat, oder gar zum falschen Ziel. Ein ehrliches Leben, authentisch und ohne Ausreden kann mühsam und herausfordernd sein, aber es ist auch ein riesiges Abenteuer und gesegnet. Und dabei kommt am Ende das Beste raus, für das Umfeld und auch für einen selbst.
F: Danke dir für deine Gedanken! Zum Abschluss: Welcher ist der beste kurze Witz, den du kennst?
M: Was macht ein Ostfriese bei Ebbe? – Er verkauft Land an die Österreicher!